Das Who's Who der edlen Spirituosen

Kennen Sie sich aus mit all' den Begriffen und Bezeichnungen von alkoholischen Getränken? Um Ihnen einen kleinen Überblick über die Vielzahl der Spirituosen zu verschaffen, haben wir hier die wichtigsten ("Who's Who") alphabetisch aufgelistet und beschrieben. Es gibt sicherlich einiges Interessantes und Wissenswertes zu entdecken!

Aalborg Akvavit – 45 vol.%

Älteste Marke des Aalborger (seit 1846) mit arttypischer Kümmelnote. 100 Jahre später kreierte Aalborger den Jubiläums Akvavit, mit Dill, mild, goldfarbenen. Gegründet 1881, wurde der A/S de Danske Sprit-Fabrikker 1923 das dänische Sprit- und Aquavitmonopol übertragen.

Absinth – 45-85 vol.%

Likör, vielfach grünlicher Farbe, aus Wermut, Anis und Fenchel sowie unterschiedliche weitere Kräutern. 1769 im schweizerischen Neuchatel von den Schwestern Henriod als belebendes Allheilmittel erfunden. Kurz vor der Jahrhundertwende erwarb das Rezept ein gewisser Major Henrie Dubied und errichtete wenig später gemeinsam mit seinem Schwiegersohn Henrie-Louis Pernod die erste Absinth-Destillerie. Dies berühmt-berüchtigte anishaltige Getränk war zwischenzeitlich in Deutschland seit 1923 verboten. Starker, regelmäßiger Absinth-Konsum führte u.a. zu Vergiftungen des Nervensystems. Seit 1998 in den meisten europäischen Staaten wieder erhältlich.

Amaretto – 28 vol.%

Italienischer Mandellikör aus natürlichen Mandelextrakten, mazerierten Mandelschalen, Bourbon-Vanille und verschiedenen Aromen, Geschmack erinnert an Marzipan. A. wird erst nach längerer Lagerzeit abgefüllt. Ideal zum Mixen und eine vorzügliche Beigabe zum Kaffee.

Apricot Brandy – 35 vol.%

Fruchtaromalikör aus Aprikosensaft, -brand, -geist oder anderen Kernobstbranntweinen. Wird gern in Cocktails verwendet, da er sich mit den meisten Spirituosen und Säften gut verträgt. Besonders harmonisch verbindet er sich mit Whisky. Wird an Stelle der besonders aromatischen Obstbranntweine nur hochprozentiger Alkohol (Primasprit) verwendet, darf das Ergebnis nur als Aprikosenlikör bezeichnet werden. Marille in Österreich.

Aquavit – mind. 35 vol.%

Auch Akvavit (lat. Aqua vitae = Lebenswasser); klare bis goldgelbe Spirituose unter Verwendung von Kümmel. Typische Spirituose Dänemarks (geschützte Herkunftsbezeichnung "Dansk Akvavit") und der übrigen skandinavischen Länder. Die Grundlage bei der Herstellung sind feinst filtrierter 96-vol.%-Alkohol, die feinsten Kümmelsamen aus Dänemark und Holland sowie eine Kräutermischung, die ein Geheimnis der jeweiligen Erzeugerfirma ist. Destilliertes oder demineralisiertes Wasser bildet ebenfalls einen wichtigen Bestandteil.

Armagnac – 40-63 vol.%

Kleiner Bruder des Cognac. Kontrollierte Ursprungsbezeichnung für einen französischen Branntwein, der aus der Gascogne stammt. Etwas weniger bekannt, oft rauer als sein Bruder. Wurde bereits 1461 erstmals urkundlich erwähnt und ist der älteste Weinbrand Frankreichs. Wird in einem besonderen Brennverfahren und ausschließlich aus Weinen eines Jahrgangs hergestellt, die in der Gascogne geerntet und destilliert wurden. Das Armagnac-Brenngerät muss kontinuierlichen Zufluss haben und mit doppelter oder dreifach aufeinandergesetzter Brennblase versehen sein. Im Gegensatz zu Cognac wird A. nur einmal gebrannt, also nicht zusätzlich rektifiziert. Durch langes Lagern in kleinen Eichenholzfässern bekommt er seine hellgoldene Farbe und sein unverwechselbares Bukett.

Arak – 40-80 vol.%

(arabisch = "Schweiß") ist ein klarer, ungesüßter Anisschnaps vornehmlich aus dem Nahen Osten. Traditionelle Herstellung, vermutlich schon vor 2500 Jahren, indem Anisfrüchte in destilliertem Wein eingelegt und in Tonkrügen gelagert wurden. Wird gewöhnlich mit Wasser und/oder Eis getrunken, aber auch als Cocktail mit Tee, Minze, Grapefruitsaft oder Limonade. Eis oder Wasser verursachen eine milchige Trübung der sonst klaren Spirituose (Louche-Effekt). Der Grund dafür ist das Anethol im Anisöl, welches nur in Alkohol und nicht in Wasser löslich ist.

Arrak – 60 vol.%

Naher Verwandter des Rum. Manchmal auch "asiatischer Rum" genannt, was allerdings nur teilweise stimmt. Denn er wird nur zum Teil aus Zuckerrohrmelasse oder Palmzuckersaft hergestellt. Zusätzlich wird noch Reis verwendet. Als edelste Sorte gilt der Mandarinen-Arrak. Arrak-Verschnitt ist eine Mischung von Arrak mit Alkohol anderer Art. Der Anteil an Alkohol aus Arrak muss mindestens 10 % des Gesamtalkohols des trinkfertigen Erzeugnisses betragen. Wird als Aroma in der Konditorei und Patisserie zum Abschmecken von Süßspeisen, Sahne- und Buttercremes verwendet. Auch für Cocktails mit exotischen Früchten eine interessante Note.

Bacardi

In Santiago de Cuba entstand 1862 die Firma Bacardi, als es dem damals 48jährigen spanischen Einwanderer Don Facundo Bacardi i Massó gelang, braunen Rum durch ein von ihm entwickeltes Verfahren in milderen, weißen zu verwandeln.

Baileys – 17 vol.%

Basis für Baileys Original Irish Cream ist irische Sahne, abgerundet mit irischem Whiskey und natürlichen Aromastoffen. Dabei entsteht ein leichter Cream-Likör mit unverwechselbarem Geschmack.

Bénédictine – 43 vol.%

Benannt nach den Benediktinermönchen aus dem Kloster Fécamp an der französischen Kanalküste, erfunden 1519 von Bruder Bernardo Vincelli. Besteht angeblich aus 27 Kräutern und Gewürzen, wird in Spezialflaschen längere Zeit gelagert hat.

Calvados – 50 vol.%

Nach französischem Recht geschützte geographische Herkunftsangabe für den in der Normandie, der Bretagne und der Maine erzeugten Brand aus Apfelwein. Seine Bernsteinfarbe und sein besonderes Bukett erhält er durch Lagerung in Eichenholzfässern. Der Ausgangsstoff für die Destillation ist Cidre.

Canadian Club – 40 vol.%

International bekannter Canadian Whiskey. Seine Geschichte geht zurück bis 1858 Canadian Whiskey Kanadischer Whiskey ist der leichteste seiner Art. In Kanada stellen Mais (Corn) und Roggen (Rye) die wichtigsten Grundstoffe. Je nach Landschaft und Brenntradition erhält der Canadian Whiskey unterschiedlichen Charakter.

Campari – 25 vol.%

1860 vom Firmengründer Campari entwickelter Bitter, aus Kräutern, Wurzeln und Früchten, nach geheimen Rezepturen. Man trinkt Campari pur auf Eis, als Longdrink mit Soda, Sekt oder Orangensaft gemischt.

Captain Morgen – 42 oder 73 vol.%

Jamaikanischer, hochwertiger, lange in Holzfässern gelagerter Rum. Wird in zwei Alkoholstärken angeboten. Beim 73%igen „Original Rum“ sind Geruch und Geschmack voll entwickelt. Der 42%ige „Echte Rum“ wird aus dem 73%igen durch Herabsetzen des Alkoholgehalts auf Trinkstärke hergestellt.

Cardhu – 40 vol.%

Single Malt Whisky (gälisch Cardhu = Schwarzer Fels) aus einer alten Malt-Brennerei in Cardow; typische Hochland-Brennerei im Speyside-Gebiet. 1893 wurde der Betrieb von John Walker & Sons aus Kilmarnock erworben. Er ist bis heute eine wichtige Anlage des Unternehmens. Lagerzeit: 12 Jahre.

Champagner

König der Schaumweine, aber auch „Wein der Könige“. Im Versailler-Vertrag verbrieftes, Ursprungsgebiet, ein ganz spezielles Kelter-Verfahren und eine besondere Behandlung des Weines. Flaschengärung und mindestens 4-6jährige Lagerung. Serviert und getrunken aus schlanken, spitzen Kelchen, auf keinen Fall zu kalt.

Chartreuse – gelb 43 vol.% - grün 55 vol.%

Likör aus 130 verschiedene Heilkräuter und Würzpflanzen, wie Arnika, Angelika oder Thymian, Melisse, Muskat, Pfefferminz, Gewürznelke, Tannenknospe u.a., zum großen Teil aus dem bewaldeten Bergmassiv in der Nähe von Grenoble. Nur drei Mönche des Klosters, das heute Saint-Pierre de Chartreuse heißt, kennen jeweils das Rezept. Auch die für den Alkohol benötigten Weine werden von den Mönchen selbst angepflanzt. Der kräftige grüne Chartreuse, das "grüne Feuer", wurde 1832 während der Choleraepidemie in Frankreich als Heilmittel verwendet. Der gelbe Chartreuse ist süßer und milder. Beide reifen rund fünf Jahre in großen Eichenfässern zum exquisiten Bouquet heran.

Cherry Brandy – 30 vol.%

Bekannter Fruchtlikör aus Sauerkirschsaft, Kirschwasser, Zucker und Stärkesirup. Zur Geschmacksabrundung werden meist geringe Mengen Bittermandelöl beigegeben. Künstliche Farbstoffe sind untersagt. Eine hellere Variante ist der englische Cherry Brandy, der in seiner edelsten Form aus Kirschen der Grafschaft Kent hergestellt wird. Allerdings ist der englische Cherry Brandy kein Likör, sondern ein Branntwein.

Chivas Regal – 43 vol.%

1801 gründete der junge Aberdeener William Edward die Firma, die als Chivas Brothers bekannt wurde. Ein Jahrhundert blieb Chivas Regal den Whisky-Liebhabern Schottlands vorbehalten. Seit 1909 wird der zwölf Jahre gelagerte Premium Scotch Whisky in die ganze Welt exportiert.

Cidre – 4 vol.%

Moussierendes Apfelgetränk (Obstwein) nach französischer Art, erinnert an Sekt, vorzüglich als Erfrischungsgetränk an heißen Tagen geeignet. Nach der Maische gärt der ausgepresste Apfelsaft in einem Zeitraum von 3-4 Monaten, ganz natürlich, ohne Zusatz von Stoffen, die den Gärungsprozess beschleunigen. Meist traditionell in Eichenfässern oder offenen Flaschen bei etwa 15 °C gelagert. Er bildet im Übrigen der Ausgangsstoff für die Destillation von Calvados. Voller Geschmack bei 8 und 12 °C.

Cognac

Aus ganz bestimmten weißen Traubensorten nach einem festgelegten, gesetzlich kontrollierten Brennverfahren produziert. Traditionsgemäß eine Komposition („assemblage“) von verschiedenen Branntweinen aus verschiedenen Jahrgängen und Lagen. An dem Herstellungsverfahren hat sich seit dem 17. Jahrhundert kaum etwas geändert. Zwei Brennvorgänge: Das erste Destillat, der Rauhbrand („brouillis“) hat 30 vol.%. Nach dem zweiten Abbrennen, wobei Vor- und Nachlauf zugunsten des Mittellaufes ausgeschieden werden, hat der Feinbrand („bonne chauffe“) etwa 70 vol.%. Guter Cognac muss drei, fünf oder mehr Jahre reifen. Sein Alter wird, vom "Bureau National Interprofessionell du Cognac (BENICo), amtlich kontrolliert. Ein bis zu drei Jahre alt: Cognac, Cognac Authentique oder Dreistern nennen. Mindestens vier Jahre: Réserve, V:O: (very old) oder V.S.O.P (very superio old, pale). Fünf Jahre: Extra, Napoléon oder Vieille Réserve nennen. Älter als fünf Jahre wird seit 1959 nicht mehr amtlich kontrolliert.

Cointreau – 40 vol.%

Weltweit bekanntester Orangenlikör aus Schalen von grünen und bitteren Orangen sowie aus geheimen Kräuterzutaten, wird seiner Art nach als herb und curacaoartig bezeichnet. Er ist in Angers an der Loire, dem südwestfranzösischen Tal, das durch seine Schlösser berühmt ist, geboren. Die Destillerie wird von der Familie Cointreau seit 1827 in sechster Generation betrieben.

Crème de Cacao – mind. 25 vol.%

Wasserheller Kakaolikör aus gerösteten und geschroteten Kakaobohnen. Neben dem Weißen gibt es noch einen Braunen, der kein reines Destillat ist und daher etwas Farbe von der Kakaobohne hat.

Crème de Cassis

Likör, den Mönche aus Burgund im 16. Jahrhundert erstmals aus der schwarzen Johannisbeere gewannen. Johannesbeer-Brannt dient als Grundlage für den feinen, hocharomatischen Cassislikör mit seinem weichen, angenehmen Geschmack. 

Crème de Menthe – 24 vol.%

Likör aus Pfefferminzöl- und Limonen-Destillat. Basis für den unverwechselbaren Geschmack und die natürliche Frische sind frische Minzeblätter. Crème de Menthe- grün ist besonders bei geschmacksneutraleren Basis-Spirituosen (weißer Rum, Wodka, Gin etc.) sehr beliebt ist. Die brillant-grüne Farbgebung belebt den Drink und verstärkt den Frische-Eindruck. Crème de Menthe – weiß wird unter den gleichen Geschmacks-Kriterien hergestellt wie die grüne Variante, nur farbneutral, damit auch andersfarbigen Cocktails die Pfefferminz-Note beigegeben werden kann, ohne den Drink farblich zu beeinflussen. 

Cuba Rum

Cuba, die Zuckerinsel in der Karibik, bringt einen besonders leichten, trockenen Rum hervor. Zu den bekanntesten zählen der White Label (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Whisky), der Gold Label und der Anejo, mit seinem, durch die lange Fasslagerung ausgeprägten, Holzgeschmack.

Curacao – 34 vol.%

Holländischer Likör mit dem portugiesischen Namen, seit dem 16. Jahrhundert aus den getrockneten Schalen grüner Pomeranzen hergestellt, die früher nur auf Curacao wuchsen, der größten Insel der ehemaligen Niederländischen Antillen in der Karibik. Man unterscheidet den blauen und weißen. Der blaue Curacao-Likör gilt als der Mixlikör schlechthin, gibt Cocktails und Longdrinks einen Hauch von Exotik.

Danziger Goldwasser

Gewürzlikör, in dem kleine Blattgoldflocken schwimmen. Der Holländer Ambrosien Vermölln aus Lier, der 1567 in Spanien lebte, bis er im Zeichen der Inquisition zusammen mit anderen Protestanten von König Phillip II. des Landes verwiesen wurde, suchte sich eine neue Heimat in Deutschland und erhielt 1598 die Erlaubnis in Danzig eine Likörfabrik zu gründen. Noch heute wird "der Güldene" nach dem rund 400 Jahre alten Rezept gebraut. Ein Bestandteil ist echtes, 22karätiges Blattgold.

Demerara-Rum

War das traditionelle Getränk britischer Seeleute und Kolonialisten. Er wird in Brasilien und Britisch-Guyana (dessen größter Fluss der Namensgeber war) hergestellt. Das Zuckerrohrdestillat hat in etwa 80 vol.%, ehe es auf Trinkstärke herabgesetzt wird. Die schwarzbraune Farbe erhält der Demerara durch Zusatz von Zuckercouleur.

Drambuie – mind. 40 vol.%

In seiner Entstehung von Legenden umwobener Honiglikör (gälisch dram buidheach = „Trank, der glücklich macht“), auf Basis von Malzwhisky und mit Kräutern zubereitet. Der Malzwhisky muss mindestens 15 Jahre alt sein und von den schottischen Highlands stammen. Wird möglichst eiskalt serviert.

Gin – 38 vol.%, aber auch 40-45 vol.%

Entstand in Irland und England, nach dem Vorbild des holländischen Genevers. Ehemals unkontrolliert gebrannt, wurden 1743 vom Parlament mit dem "Gin-Act" (Gin Gesetz) strengste Qualitätskontrollen vorgeschrieben. In der Hauptsache Korndestillat (aus Getreide- und Roggenmaische), das ein zweites Mal mit Wacholderbeerenauszug gebrannt wird und mit verschiedenen Würzzusätzen, wie Koriander, Kardamom,  Angelikawurzel, Zitrone, Schlehe auf verschiedene Weisen geschmacklich abgewandelt wird. Dabei entstehen die verschiedenen Gintypen. Ihre Skala reicht vom fassgelagerten, gelblichen House Of Lord's Gin, den verschiedenen klassischen Dry Gins, bis hin zum likörartigen Sloe Gin und Pim's Nr. 1.

Genever – 38-43 Vol.%

(auch Jenever, lat. juniperus, franz. genièvre = „Wacholder“) Erstmals Ende des 15. Jahrhunderts im holländischen Schiedam bei Rotterdam erzeugt. Die beste Qualität kommt bis heute aus Holland, da nur hier die Verwendung von Moutwijn vorgeschrieben ist. Man unterscheidet heute den oude (alten) und den jonge (jungen) Genever. Ersterer besitzt einen stark malzigen Charakter und wird unter Verwendung von relativ viel Moutwijn (sprich Mautwein) erzeugt. Jonge Genever ist ein Trinkbranntwein mit zum Teil nur schwacher Aromatisierung. 

Grand Marnier – 40 vol.%

Im Jahre 1827, in dem französischen Städtchen Neauphle-le-Château. Innerhalb von wenigen Jahren erwarb sie sich mit ihren Produkten einen sehr guten Ruf bei der Kundschaft. Jean-Baptiste Lapostolle zog sich aber wegen des Krieges 1870 nach Cognac zurück. Nach dem Kriege  versuchte Louis Alexandre Marnier-Lapostolle, der Schwiegersohn von Eugéne, dem Trend der Zeit folgend, einen außergewöhnlichen Likör zu kreieren. Er experimentierte und mischte, er destillierte Cognac über Extrakten karibischer Bitterorangen und anderer Ingredienzien und hatte schließlich einen aromatischen, bernsteinfarbenen Likör auf der Basis von Cognac gefunden: Der Grand Marnier war geboren und wurde erfolgreich wie kaum ein Likör auf der Welt.

Grappa – mind. 45 vol.%

Italienischer Tresterbranntwein aus den Kelterrückständen bei der Weinherstellung destilliert. Die Trauben werden gekeltert, und während der Most in die Weinherstellung wandert, werden die Rückstände, also Kerne, Schalen und Stengel, vergoren und destilliert. Er wird im Friaul, in Venetien, im Piemont und im Aosta-Tal gebrannt, wobei Venetien und Friaul die weitaus längste Grappa-Tradition haben. Ein guter Grappa altert zwischen zwei und vier Jahren (und mehr) in Holzfässern. Dabei spielt die Holzart eine für Geschmack und Farbe wichtige Rolle. Ein in Kirschholzfässern gereifter schmeckt deutlich süßer; ein in Eiche gereifter herber; eine dunkle Farbe weist auf lange Lagerung in Kastanienholz hin. 

Irish Mist

Whiskey-Honiglikör, das irische Gegenstück zum Drambuie und wird dementsprechend mit irischen Whiskey hergestellt. 

Jamaika-Rum – 74-78 vol.%

Der aromatischste unter den Zuckerrohrbranntweinen aus der Karibik. Versuche haben ergeben, dass sein Geschmack noch bei einer Verdünnung von 1 ml auf 100 Liter Wasser kräftig durchschlägt. Er ist schwer, voll ausgiebig und hat "viel Körper". Der Export von original Jamaika-Rum erfolgt in Puncheons aus Eichenholz.

Kahlua – 20 vol.%

In Mexiko aus Kaffeebohnen und Tequila hergestellter dunkelbrauner Kaffeelikör.

Kruskovac – 25 vol.%

Kroatischer Birnenlikör mit klar goldener Farbe und vergleichsweise mildem süßem Geschmack. Er wird traditionell in Cognacgläsern mit Eis serviert und ist ein beliebter Aperitif oder Longdrink.

Ouzo – mind. 37,5 vol.%

Farblose, typisch griechische Spirituose aus reinem Alkohol mit hauptsächlich Anis, Fenchelsamen und anderen Kräutern. Die Europäische Spirituosenverordnung schützt die Bezeichnung "Ouzo" als besondere "Spirituose mit Anis". Sie darf nur in Griechenland und auf Zypern hergestellt werden und wird als Aperitif überwiegend pur, auf Eis oder mit einem Schuss gekühltem stillen Mineralwasser getrunken, aber auch in Mixgetränken und Cocktails verwendet. Stark gekühlt oder durch Zugabe von Wasser kommt es zu einer milchigen Trübung (Louche-Effekt).

Pernod – 40 vol.%

Beliebte Spirituose mit Anisgeschmack und typischer bernsteinklarer Farbe. Mit Wasser vermischt wird er undurchsichtig. Wird mit eisgekühltem Wasser getrunken, das beste Mischungsverhältnis ist ein Teil Pernod und fünf Teile Wasser. Der Pariser Arzt Dr. Ordinaire war vor den Unruhen der Französischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts in die Ruhe der Schweizer Berge geflüchtet. Von seiner Arbeit in den Pariser Spitälern kannte er die stärkenden und belebenden Eigenschaften gewisser Kräuter wie zum Beispiel Wermut, Fenchel, Anis usw. Er sammelte sie, probierte verschiedene Kombinationen für neue Elixiere aus und fand ein Rezept, das er 1797 an Henri Louis Pernod aus Marseille verkaufte. Der stellte nach Ordinaires Angaben ein Getränk her, das doppelt so stark war wie der heutige Pernod.

Raki

Hauptsächlich in der Türkei hergestellte weit verbreitete Anisspirituose, wasserhell und stark aromatisiert. Kann aus Trauben, aus in Wasser eingemaischten, mit Reinzuckerhefen vergorenen Feigen oder aus Rosinen gebrannt werden. Wird mit Eiswasser, Mineralwasser oder "on the rocks" getrunken. In seinem Herkunftsland unterscheidet man drei verschiedene Arten: den Kulüp-Raki (50 vol.%), den Yeni-Raki (45 vol.%), beide werden aus Rosinen hergestellt, und den Iyi-Raki (43 vol.%) aus Feigen.

Rum – 62-81 vol.%

Reines Zuckerrohr- oder Zuckerrohrmelassedestillat, das heute fast überall, wo man das aus Indien stammende Zuckerrohr kultiviert, gebrannt wird. Schwerpunkte der Rumerzeugung sind Mexiko, die Westindischen und Karibischen Inseln, die Antillen, Trinidad, Jamaika, Kuba, Haiti und Puerto Rico. Während die Inseln mit britischer Tradition im allgemeinen nach dem Whiskyverfahren brennen, wird in den Gebieten mit französischer Tradition die dreifache Cognac-Destilliermethode bevorzugt. Reiner, alter Rum ist edlem Cognac oder Whisky ebenbürtig. Original-Rum darf sich (in Deutschland) nur ein Rum nennen, der ohne jede Veränderung und ohne Zusätze verkauft wird. Echter Rum dagegen ist mittels destilliertem Wasser auf eine Trinkstärke von 40 - 45 Vol.-% herabgesetztes Destillat. Rumverschnitt (außerhalb von Deutschland kaum bekannt) ist neutraler Sprit, der mit dem Original-Rum nur aromatisiert wird. Er muss mindestens 5% Original-Rum enthalten, was unter Umständen aber weniger als 3% Rumalkohol sein kann.

Sake – 16-17 vol.%

Auch Reiswein genannt, ist ein in Japan (und China) aus geschältem Reis hergestelltes alkoholisches Getränk von hellgelber Farbe. In Japan und in China wird es schon seit zweieinhalb Jahrtausenden getrunken. Er ist trotz des Namens mit einem Wein auch nicht annähernd zu vergleichen. Zum trinken wird er in einem Wasserbad auf 45 °C erwärmt und dann in kleine Porzellantassen, genannt "Sakazuki", oder in kleine Gläser gefüllt und langsam warm genippt.

Sambuca – 38-42 vol.%

Klarer, farbloser Likör aus der mittelitalienischen Region Latium. Hauptaromen sind Anis, Sternanis und Süßholz. Wird häufig als "Absacker" nach dem Essen getrunken, serviert con la mosca, "mit Fliege". Gemeint sind Kaffeebohnen, die beim Trinken zerbissen werden und so mit ihrem bitteren Geschmack den süßen des Likörs ausgleichen. Wird oft flambiert und die Bohnen damit kurz geröstet, was der Legende nach auf ein Jahrhunderte zurückliegendes Ereignis beruht. Bei einer alten Dame, die den Sambuca selbst brannte, setzten sich immer drei Fliegen, angelockt von der Süße, auf das Glas. Symbolisch werden heute drei Kaffeebohnen in den Likör gelegt und durch Entzünden "getötet".

Sekt

Laut Weingesetz von 1971 nur Schaumweine aus Wein, die in Deutschland hergestellt worden sind. Es wird zwischen Qualitätsschaumwein (Sekt) und Prädikatssekt unterschieden. Prädikatssekt muss zu mindestens 60 % aus deutschen Weinen bestehen.

Sherry – 15-19,5 vol.%

Verstärkter spanischer trockener Weißwein. Er wird während seiner Fassreife aus Weinen verschiedener Jahrgänge verschnitten. Nach vollendeter Gärung mit Branntwein aufgespritet. Geschützte Herkunftsregion ist das andalusische Städtedreieck Jerez de la Frontera, Sanlucar de Barrameda und El Puerto de Santa Maria.

Sljivovica, Slibowitz – mind. 37,5 vol.%

Aus Serbien stammender Obstbrand, der aus dunkelblauen Zwetschgen (bzw. Pflaumen) hergestellt wird (serbisch sliva = „Pflaume“). Der größte Zwetschgenproduzent Europas ist das ehem. Jugoslawien. Von dort kommt auch der Rohstoff für den Slibowitz, die weltberühmte bosnische Zwetschge, die Pozegaca. Sie ist die zuckerreichste Zwetschge. Durch die Lagerung des Destillats in Eichenholzfässern erhält er seine gelbliche Tönung.

Southern Comfort – 40 vol.%

Älteste Likörmarke der USA. Der Likör wird seit Mitte des 19. Jahrhunderts im Süden der Vereinigten Staaten hergestellt. Er ist ein trockener, alkoholstarker Likör auf Bourbon-Whiskey-Basis; zur Herstellung werden unter anderem Pfirsiche, Orangen und Kräuter verwendet. Dank des Pfirsicharomas ausgezeichnet zum Mixen vieler aparter Drinks geeignet.

Tequila – 38-45 vol.%

Form des Mezcal. Mexikanisches Getränk, gewonnen aus der Margue Agave, altgelagerte, sehr feine, starke und klare Kakteendestillate, meist etwas gelblich gefärbt und rau. Verschieden Trinksitten: Man trinke aus zwei Gläsern abwechselnd, wovon das eine mit Tequila, das andere mit Sangrita (eine scharf bis sehr scharf gewürzte Tomaten-Orangensaft-Mischung) gefüllt ist. Die wohl bekanntere Art ist das Salz-Limonen-Ritual. Die Fläche der Hand zwischen Daumen und Zeigefinger gut mit dem Saft der Limone (Zitrone) anfeuchten, dann Salz darauf streuen. Diese Mischung mit der Zunge auflecken und mit einem guten Schluck Tequila nachspülen.
 

Vermouth – 15-18 vol.%

(Auch Wermut) Aufgespriteter Wein mit Zusatz von Auszügen des Wermutkrautes, welcher ihm einen leicht bitteren Geschmack verleiht. Er wird als Aperitif vor dem Essen getrunken und sehr viel zum Mixen verwendet.
 

Weinbrand

Unter den vielen Spirituosen Europas der wohl mit der ältesten Geschichte. Um 1100 datieren Urkunden aus Italien. Bereits 1321 gibt es in einem deutschsprachigen Dokument den Hinweis auf gebrannten Wein, der damals jedoch als Heilmittel galt und nur in Apotheken verkauft werden durfte. Die Destillation bei der Weinbrand-Herstellung erfolgt im Wesentlichen in zwei Schritten: Zuerst wird der Raubrand hergestellt und daraus dann Feinbrand gewonnen. Der Rauhbrand ist eine Flüssigkeit mit rund 40 vol.% und enthält noch unerwünschte Stoffe, die im zweiten Destillationsvorgang abgeschieden werden. Der daraus entstehende Feinbrand, eine wasserhelle klare Flüssigkeit, hat etwa 70 vol.%. Für ihn beginnt die Reifezeit zum guten Weinbrand. Der Reifeprozess vollzieht sich in Eichenholzfässern, den sogenannten Barriques.

Whisky – mind. 40 vol.%

Sehr altes Getränk, das bereits in Dokumenten aus dem 16. Jahrhundert erwähnt wird (gälisch uisge beatha = „Lebenswasser“). Heute wird Whisky in verschiedenen Ländern, nach verschiedenen Verfahren, ausgehend von verschiedene Ausgangsstoffen, hergestellt. Im Allgemeinen wird dabei zwischen Scotch, Irish, Rye, Canadian und Bourbon unterschieden. So unterschiedlich wie die Herstellungsarten von Whisky sind, so unterschiedlich sind auch die Trinkgewohnheiten in den Ländern bzw. der Arten von Whisky:

- Irish Whisky
Wird zimmerwarm und pur getrunken. Nord- und südirischer W. eignen sich in gleicher Weise vorzüglich für Irish Coffee. Nordirischer W. wird wegen seiner besonderen Milde oft besonders gern wie Scotch "on the rocks" mit Wasser oder Soda getrunken. Einzelne Marken von südirischem Whiskey sind zum Purtrinken fast zu kräftig.

- Bourbon Whisky
Hervorragend zum Mixen geeignet, milder als irischer oder schottischer Whisky. Nach USA-Methode wird er am liebsten mit Eisstückchen getrunken. Andere meinen, dass Eis-Whisky nicht seinen schönen, vollen Rauchgeschmack entfaltet.

- Canadian Whisky
Auch zum Mixen geeignet. Von allen Typen den leichtesten und zartesten Geschmack. Darum dringt er bei Mischgetränken nicht so stark durch wie Bourbon. Die 6-8 Jahre alten Premium-Whiskys sollten pur und zimmerwarm getrunken werden.

- Scotch Whisky
Bekannter rauchiger Geschmack, wobei es auf die Art des Blendens ankommt, ob er besonders kräftig oder etwas zarter und milder ist. Scotch sollte nicht mit Eis getrunken werden. In Schottland trinkt man ihn bei Zimmertemperatur. Manchmal wärmt man ihn auch etwas an, um das Aroma besser zur Geltung zu bringen. Der Schotte trinkt ihn meist pur oder höchstens verdünnt mit der gleichen Menge Leitungswasser. Hochland-Moorwasser für diesen Zweck ist nämlich für die "Kenner" aus Übersee gedacht. Als Trinkgefäße zieht er die Kelchgläser den in England und auf dem Kontinent üblichen zylindrischen "Whiskygläsern" vor.

Wodka – 40-57 vol.%

Die Geschichte (slawisch vodka = „Wässerchen") beginnt im alten Polen, das wenig später russisch wurde, und mit dem entstehen der Getreidebrennereien. Entgegen landläufigen Ansichten muss er unbedingt aus Kartoffel gewonnen werden. Er ist in seiner Urform nichts anderes als möglichst reiner Sprit der auf Trinkstärke herabgesetzt wurde.

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